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Sexarbeit ist Arbeit.

Sexarbeit ist Arbeit.

Für die Rechte von Sexarbeitenden.

Wollen wir die Gleichberechtigung der Geschlechter? Ja. Wir wollen sie für alle. Wir wollen sie auch für diejenigen Menschen, die im Sexgewerbe arbeiten. Die Entscheidung, sexuelle Dienstleistungen gegen Geld anzubieten, muss den Sexarbeitenden offenstehen.

Die Sexarbeit ist ein legales Gewerbe. Dies will die aktuell laufende Kampagne «Für eine Schweiz ohne Freier. Stopp Prostitution» ändern. Bestraft werden sollen die Kunden, die eine Dienstleistung kaufen wollen. Dies führt zu einer absurden Situation – die Sexarbeitenden dürften zwar ihr Gewerbe betreiben, aber ihre Kunden machten sich strafbar.

So wird das Gewerbe in die Illegalität abgedrängt. Im Verborgenen können sich die Sexarbeitenden schlecht gegen Ausbeutung und Gewalt wehren. In der Illegalität sind auch diejenigen Menschen nicht erreichbar, die Sexarbeit unter Zwang ausüben: Opfer von Menschenhandel.

Die Würde aller Menschen ist zu wahren. Auch jene von Menschen, die gesellschaftlich stigmatisierte Arbeiten ausführen.

Gleichberechtigung heisst gleiche Rechte für alle Menschen. Auch für Sexarbeitende. Sie haben das Recht auf Selbstbestimmung und Gewerbefreiheit.

Geschlechtsspezifische Gewalt und Menschenhandel sind nicht dasselbe wie Sexarbeit. Ein Sexkaufverbot erschwert den Kampf gegen Menschenhandel und den Schutz von Opfern von Gewalt.

Darum

  • Keine Stigmatisierung von Sexarbeitenden!
  • Faire und selbstbestimmte Arbeitsbedingungen für Sexarbeitende!
  • Kein Verbot des Kaufs von sexuellen Dienstleistungen!
  • Verbesserter Schutz vor Gewalt für Sexarbeitende!

146 Sexarbeitende unterstützen diesen Appell. Aus verständlichen Gründen wollen nicht alle mit vollen Namen und einige nur anonym aufgeführt werden.

Unterstützen Sie diesen Appell.

  • Unterstützende Organisationen und Personen

    Organisationen
    AIDS-Hilfe Schweiz
    Amnesty International, Schweizer Sektion
    Antenna MayDay, Centro di informazione, consulenza e accompagnamento per persone immigrate con statuto precario o senza statuto
    Aspasie – association de défense et de soutien des travailleuses et travailleurs du sexecfd – die feministische Friedensorganisation
    Deutsche Aids-Hilfe
    Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich
    Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Zürich
    FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration
    Förderverein Tantramassage Schweiz
    Frauenzentrale Bern
    Grisélidis, prévention et proximité, Fribourg
    LISA, Luzerner Verein für die Interessen der Sexarbeitenden
    Lysistrada – Fachstelle für Sexarbeit
    Maria Magdalena, Beratungsangebot für Frauen im Sexgewerbe, Kanton St. Gallen
    Kirchliche Gassenarbeit Bern
    PRO KO RE
    TERRE DES FEMMES Schweiz
    TGNS Transgender Network Switzerland
    Xenia – Fachstelle Sexarbeit
    Zürcher Stadtmission – Isla Victoria

    Persönlichkeiten aus der Politik
    Timur Akcasayar, Stadtrat Bern, SP
    Renate von Ballmoos, Pfarrerin Predigerkirche Zürich
    Tom Berger, Stadtrat Bern, FDP
    Regula Bühlmann, Stadtratspräsidentin BE, Grünes Bündnis
    Andrea Caroni, Ständerat FDP
    Claudine Esseiva, Stadträtin FDP, Vorstandsmitglied FDP Frauen Kanton Bern
    Yvonne Feri, Nationalrätin SP
    Luzian Franzini, Co-Präsident Junge Grüne Schweiz
    David Garcia, Gemeinderat Stadt Zürich, AL
    Marco Geissbühler, Gemeinderat Stadt Zürich, SP
    Balthasar Glättli, Nationalrat Grüne
    Nadia Huberson, Gemeinderätin Stadt Zürich, SP
    Andrea Leitner, Gemeinderätin Stadt Zürich, AL
    Sibylle Marti, Kantonsrätin Zürich, SP
    Liliane Maury Pasquier, Ständerätin SP
    Mattea Meyer, Nationalrätin SP
    Katharina Prelicz Huber, Gemeinderätin ZH, Grüne, Sprecherin für Gleichstellungsfragen Grüne Schweiz
    Iris Schelbert-Widmer, Stadträtin Olten, Grüne
    Christina Schiller, Gemeinderätin Zürich, AL
    Meret Schindler, Grossrätin, SP Bern, Vorstandsmitglied SP Frauen Kanton Bern
    Ueli Schwarzmann, Präsident der Reformierten Kirchenpflege Zürich-Neumünster
    Christoph Sigrist, Pfarrer Grossmünster Zürich
    Esther Straub, Pfarrerin, Kantonsrätin Zürich, SP
    Aline Trede, Nationalrätin Grüne
    Natascha Wey, Co-Präsidentin SP Frauen*
    Felix Wettstein, Kantonsrat Solothurn, Grüne
    Barbara Wiesmann, Gemeinderätin Zürich, SP
    Tonja Zürcher, Co-Präsidentin BastA!, Grossrätin

    Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Kultur
    Maritza Le Breton, Professorin Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
    Rebekka Grogg, Pfarrerin
    Thomas Haemmerli, Dokfilmer
    Li Hangartner, feministische Theologin
    Marjan van Harten, Diakonisches Werk Hamburg, Landesverband der Inneren Mission; Referat Migration, Flucht, Interkulturelle Arbeit
    Sebastian "Baschi" Hausmann, Musiker, Ex-Lovebugs, Fucking Beautiful, Metallspürhunde
    Dore Heim, Gewerkschafterin
    Michael Herzig, Dozent ZHAW, ehemaliger Vizedirektor Soziale Einrichtungen und Betriebe der Stadt Zürich
    Josef Hochstrasser, PfarrerAnnette Hug, Schriftstellerin
    Brigitte Hürlimann, Journalistin
    Elisabeth Joris, Historikerin
    Stefan Keller, Historiker und Journalist
    Hannes Lindenmeyer, Präsident der Kirchenpflege Zürich-Aussersihl
    Patricia Purtschert, Philosophin und Professorin für Geschlechterforschung
    Philipp Sarasin, Historiker, Universität Zürich
    Marc Spescha, Rechtsanwalt
    Markus Theunert, Geschäftsleitung männer.ch
    Laura de Weck, Autorin

    Sexarbeitende und Beratende
    Benjamin Abt-Schiemann, Sexarbeiter
    Angela, Sexarbeiterin
    Judith Aregger, Sexualbegleiterin
    Bia, Sexarbeiterin
    Bonnie, Sexarbeiterin
    Carolina de Monaco, Sexarbeiterin
    Cathy, Sexarbeiterin
    Chema, Sexarbeiterin
    Christina, Sexarbeiterin
    Daniela, Sexarbeiterin
    Delaine Devine
    Denise, Sexarbeiterin
    Diane, ehemalige Sexarbeiterin in Genf
    Domina Sandra, Sexarbeiterin
    Elena, Sexarbeiterin
    Elisa, Sexarbeiterin
    Ella, Sexarbeiterin
    Estrella, Sexarbeiterin
    Fabiola, Sexarbeiterin
    Indira, Sexarbeiterin
    Julia, Sexarbeiterin
    Laika, SW Escort
    Leonie, Sexarbeiterin
    Leydi, Sexarbeiterin
    Licet, Sexarbeiterin
    Lilo Fox, Sexarbeiterin
    Luna, Sexarbeiterin
    Luna Brasil, Sexarbeiterin
    Luz Marina, Sexarbeiterin
    Luzia, Sexarbeiterin
    Mari Carmen, Sexarbeiterin
    Maria, SW
    Mariela, Sexarbeiterin
    Maritza J.
    Mary, Sexarbeiterin
    Mary, Sexarbeiterin
    Alberto Montiel, SW
    Yamada Nakaoko, Sexarbeiterin
    Nazca, Sexarbeiterin
    Paola, Sexarbeiterin
    Paula, Sexarbeiterin
    Claudette Plumey, Sexarbeiterin seit 60 Jahren
    Rosa, Sexarbeiterin
    Roxana, Sexarbeiterin
    Marianne Schweizer, unterstützt Sexarbeitende seit 22 Jahren
    Sharon, Sexarbeiterin
    Shona, Sexarbeiterin
    Yamada, Sexarbeiterin
    Yara, SW Escort
    Xoli, Sexarbeiterin
    Cornelia Zürrer-Ritter, Beratung und Begleitung für SexarbeiterInnen
    anonym, Sexarbeiterin
    anonym, Sexarbeiterin
    anonym, Sexarbeiterin
    anonym, Sexarbeiterin
    anonym, Sexarbeiterin
    anonym, Sexarbeiterin
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    anonym, Sexarbeiterin

  • Vollständigen Appell lesen

    Sexarbeit ist Arbeit. Für die Rechte von Sexarbeitenden.

    Wollen wir die Gleichberechtigung der Geschlechter? Ja. Wir wollen sie für alle. Wir wollen sie auch für diejenigen Menschen, die im Sexgewerbe arbeiten. Die Entscheidung, freiwillig sexuelle Dienstleistungen gegen Geld anzubieten, muss den Sexarbeitenden offenstehen.

    Die Sexarbeit ist ein legales Gewerbe. Dies will die aktuell laufende Kampagne «Für eine Schweiz ohne Freier. Stopp Prostitution» ändern. Bestraft werden sollen die Kunden, die eine Dienstleistung kaufen wollen. Dies führt zu einer absurden Situation – die Sexarbeitenden dürften zwar ihr Gewerbe betreiben, aber ihre Kunden machten sich strafbar.

    So wird das Gewerbe in die Illegalität abgedrängt. Im Verborgenen können sich die Sexarbeitenden aber schlecht gegen Ausbeutung und Gewalt wehren. Sie stehen unter Druck. Sie können sich ihre Kunden nicht mehr in Ruhe auswählen und sind erpressbar. Denn der Kunde geht ein Risiko ein und erwartet dementsprechend mehr. Sexarbeitende können nicht mehr selbst entscheiden, welche Dienstleistungen sie anbieten und wieviel diese kosten. In der Illegalität sind auch diejenigen Menschen nicht erreichbar, welche die Sexarbeit unter Zwang ausüben: Opfer von Menschenhandel.

    Die Würde aller Menschen ist zu wahren. Auch jene von Menschen, die gesellschaftlich stigmatisierte Arbeiten ausführen.

    Gleichberechtigung heisst gleiche Rechte für alle Menschen. Auch für Sexarbeitende. Sie haben das Recht auf Selbstbestimmung und Gewerbefreiheit.

    Geschlechtsspezifische Gewalt und Menschenhandel sind nicht dasselbe wie Sexarbeit. Ein Sexkaufverbot erschwert den Kampf gegen Menschenhandel und den Schutz von Opfern von Gewalt.

    Darum

    • Keine Stigmatisierung von Sexarbeitenden!
    • Faire und selbstbestimmte Arbeitsbedingungen für Sexarbeitende!
    • Kein Verbot des Kaufs von sexuellen Dienstleistungen!
    • Verbesserter Schutz vor Gewalt für Sexarbeitende!

    Das schwedische Modell = Sexkaufverbot

    Das schwedische Gesetz kriminalisiert den Kauf von sexuellen Dienstleistungen, stellt jedoch den Verkauf als legal hin. Ziel dabei ist, dass bei den Kunden ein Paradigmenwechsel entstehe und die Sexarbeitenden ergo in der freien Marktwirtschaft eine neue Herausforderung suchten und fänden.

    Das schwedische Gesetz geht davon aus, dass es sich bei jeder Form von Prostitution um Gewalt gegen Frauen handelt.
    Es werden keine Unterschiede und Differenzierungen zwischen Frauenhandel zwecks sexueller Ausbeutung und Sexarbeit gemacht.

    Wo das enden kann, zeigt der eindrückliche Dokfilm «Wo Sexarbeiterinnen keine Rechte haben» (2017).

    2015 = Der Bundesrat bezieht Stellung

    In den Jahren 2013 und 2014 setzt sich Bundesrätin Simonetta Sommaruga vertieft mit der Thematik Prostitution und Menschenhandel auseinander, ruft eine ExpertInnengruppe ins Leben, gibt eine schweizweite Studie zur Lage des Sexgewerbes in der Schweiz in Auftrag und wählt respektive bestätigt 2015 in einem parlamentarisch ausgearbeiteten Bericht bewusst den Weg der Regulierung der Prostitution in der Schweiz, da alles andere nicht zielführend wäre. Der Bundesrat kommt zum Schluss, dass das Schwedenmodell respektive ein Sexkaufverbot keine wirksame Massnahme gegen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung ist:

    https://www.ejpd.admin.ch/ejpd/de/home/aktuell/news/2015/2015-06-05.html

    Sexkaufverbot = Weitreichende Konsequenzen für Sexarbeitende

    Jede Art von Kriminalisierung – auch die der Kunden – drängt Sexarbeitende in schlechtere Arbeitsbedingungen und erhöht das Gewaltrisiko. Zudem schafft Kriminalisierung die Prostitution nicht ab.
    Ein Sexkaufverbot kriminalisiert indirekt die Sexarbeitenden. Dies bedeutet in letzter Konsequenz für sie:

    • Beschränkter Zugang zu Beratungsstellen und Gesundheitsangeboten
    • Erschwerter Zugang von NGOs zu Sexarbeitenden
    • Zunahme von Gewalt und Ausbeutung
    • Stigmatisierung

    Die Forderung nach einem Sexkaufverbot trägt das Problem von frauenverachtenden Geschlechterverhältnissen auf dem Rücken von Sexarbeitenden aus.

    Das Selbstbestimmungsrecht muss für alle gelten! Wir fordern gute Arbeitsbedingungen für Sexarbeitende, damit sie keiner Gewalt ausgesetzt sind. Wir plädieren für die Gleichstellung von Sexarbeit mit allen anderen Gewerben.

  • Weiterführende Infos

    Auf der Website der FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration finden Sie einen Grundsatztext sowie viele Downloads zum Thema: Sexarbeit ist Arbeit. Aber keine Arbeit wie jede Andere

    Diskussionspapier Sexarbeit (2014) : Fakten, Positionen und Visionen aus feministischer Perspektive

    Amnesty International: Position zum Thema Sexarbeit

    Dokfilm «Wo Sexarbeiterinnen keine Rechte haben», F, 2017, 55 Min. Regisseurin: Ovidie

  • Studien

    Susanne Dodillet/Petra Östergren, Das schwedische Sexkaufverbot, in: Elisabeth Greif (Hrs.): SexWork(s). verbieten – erlauben – schützen?, Linz 2012 - Englische Fassung: Impact of Swedish law - PDF)

    Médecins du monde, Study on the Impact of the Law from 13 April 2016 against the „Prostitution System“ in France: Study on the Impact of the Law - PDF

    Erotikbetriebe als Einfallstor für Menschenhandel? Eine Studie zu Ausmass und Struktur des Sexarbeitsmarktes in der Schweiz. Lorenz Biberstein, Martin Killias Erotikbetriebe als Einfallstor für Menschenhandel? - PDF

  • Auswahl Medienbeiträge

    Bon pour la tête, août 2018: Interdire la prostitution - a quoi bon?
    Radio Lac, juillet 2018: La prostitution n’est pas un gros mot
    RTS, le 12h45, juillet 2018: Le débat de fond sur la prostitution reprend en Suisse

    TalkTäglich, 3. September 2018: Strafen für Freier
    Tages-Anzeiger, 4. August 2018: Prostituierte fürchten sich vor Arbeitsverbot
    St. Galler Tagblatt, 27. Juli 2018: Es braucht Akzeptanz - keine Verbote
    p.s., 12. Juli 2018: Zuhören statt verbieten
    WOZ, 12. Juli 2018: Die Stigmatisierung dauert fort
    Der Bund, 11. Juli 2018: Auch wer sich prostituiert, hat eine Wahl
    Tagblatt der Stadt Zürich, 11. Juli 2018: Zürcher Freiern soll die Lust vergehen
    SRF Tagesschau, 7. Juli 2018: Kritik an Prostitutionsverbot wird laut
    WOZ, 19. September 2013: Ein Verbot schaden den Frauen